Vereinzelte Zusammenstöße zwischen Polizei und Pro Nawalny Demonstranten in ganz Russland

Tausende Russen schlossen sich am Mittwoch Kundgebungen zur Unterstützung des inhaftierten Aktivisten Alexey Navalny an. Trotz der mehr als 466.000 Online-Zusagen zur Teilnahme an den Kundgebungen kamen jedoch weit weniger Teilnehmer zu den nicht genehmigten Demonstrationen. Während die Organisatoren haben noch nicht ihre Schätzungen der Teilnahme an den Aktionen veröffentlicht, in Städten im ganzen Land statt, Russlands Innenministerium behauptet, rund 14,400 Menschen waren in den Versammlungen beteiligt. Die Größe der Menschenmengen reichte nach offiziellen Angaben von 6.000 in Moskau bis zu nur 40 Personen in der fernöstlichen Stadt Magadan.

Vereinzelte Zusammenstöße zwischen Polizei und Pro Nawalny Demonstranten in ganz Russland
Free Nawalny

Schätzungen russischer Medienorganisationen lassen vermuten, dass die tatsächliche Teilnehmerzahl wesentlich höher war. Einige meinten, dass zwischen 10.000 und 15.000 Menschen zur Moskauer Veranstaltung kamen.

Dennoch waren die Mahnwachen damit deutlich kleiner als die groß angelegten Proteste im Januar, als Nawalny nach seiner Rückkehr aus Berlin verhaftet wurde. Er hatte sich in Behandlung begeben, weil er und seine Ärzte behaupten, er sei mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Seitdem wurde er wegen Verstoßes gegen die Bedingungen einer Bewährungsstrafe wegen Betrugs inhaftiert.

OVD-Info, eine der Opposition nahestehende Rechtsgruppe, die in der Vergangenheit westliche Gelder erhalten hat, behauptete, dass mindestens 1.000 Menschen festgenommen worden seien, darunter über 300 in Sankt Petersburg.

Die Website "Free Navalny" hatte mehr als 466.000 Unterschriften von Personen gesammelt, die an einer Teilnahme an den Protesten interessiert waren, mit dem erklärten Ziel, "Alexey und unser Recht auf Freiheit und Glück zu verteidigen". Die Bemühungen wurden jedoch durch die Behauptung getrübt, dass sich jeder von überall auf der Welt anmelden könne, wobei viele falsche Angaben verwendeten. Letzte Woche, die Datenbank der E-Mail-Adressen wurde online in einer massiven Datenverletzung durchgesickert, die Organisatoren waren gezwungen, für entschuldigen.

Hacker veröffentlichen Datenbank mit über 500.000 E-Mails, die zur Anmeldung auf einer Website zur Unterstützung des inhaftierten russischen Oppositionellen Navalny verwendet wurden


Die Kundgebungen am Mittwoch wurden wegen der Sorge um Nawalnys Gesundheit abgehalten. Der Anti-Korruptions-Aktivist kündigte am 31. März an, dass er einen Hungerstreik beginnen würde, und behauptet, er habe seitdem nichts gegessen. Er behauptet, er sei daran gehindert worden, seine persönlichen Ärzte wegen Bein- und Rückenschmerzen aufzusuchen. Es ist nicht üblich, dass Insassen in russischen Strafkolonien ihre Ärzte selbst wählen können, und die Menschenrechtsbeauftragte des Landes, Tatjana Moskalkova, sagte Reportern am Mittwoch, dass er von vier verschiedenen Ärzten gesehen wurde, die ihn über einen intravenösen Tropf mit Nährstoffen versorgten.

Die Demonstranten, von denen viele kremlfeindliche Parolen riefen, forderten die Freilassung Nawalnys aus dem Gefängnis. In Moskau besetzte die Polizei Barrikaden, während einige Demonstranten Performance-Kunstspektakel inszenierten und bei Einbruch der Dunkelheit in die Außenbezirke der Stadt ziehen konnten.An den Demonstrationen in der Hauptstadt nahmen auch Oleg Nawalny, der Bruder des Aktivisten, und seine Frau Julia Nawalnaja teil.

In St. Petersburg, der zweitgrößten Stadt Russlands, kam es jedoch zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, und es tauchten Aufnahmen auf, die zeigen, wie Polizisten in Einsatzkleidung eine kleine Anzahl von Aktivisten verfolgten und festnahmen. In Clips, die im Internet veröffentlicht wurden, konnte man sehen, wie Polizisten Mitglieder der Menge festhielten.

In der Stadt an der Ostseeküste kam es während der Proteste im Januar zu einigen der gewalttätigsten Zwischenfälle, darunter ein Demonstrant, der einen Sicherheitsbeamten in einem unprovozierten Angriff schlug, und ein Polizist, der eine ältere Frau umstieß.

Unerlaubte Massenversammlungen sind derzeit nach den Regeln verboten, die seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie in Kraft gesetzt wurden. Eine Reihe von Nawalnys Verbündeten wurden verhaftet und müssen mit Ermittlungen wegen Verstoßes gegen diese Maßnahmen rechnen. Zwei seiner prominentesten Unterstützer, Lubov Sobol und Kira Yarmysh, wurden am Morgen der geplanten Proteste verhaftet. Sobol ist seitdem Berichten zufolge freigelassen worden.

Europa zeigt sich besorgt um Navalnys Gesundheit, und der Tatsache das er unter Arrest ist, dazu gibt es allerdings genügend Gründe. Die Frage ist, warum Deutschland und manch andere europäische Staaten, Navalny so behandelt, als wäre er Europäischer oder gar deutscher Staatsbürger. Es ist ganz klar das Europa sich dafür bekannt zeigen will, wie sehr Sie doch um Menschenrechte bemüht sind.

Es gäbe genügend Fälle wo diese Art von Kontra angebracht wäre, nicht zuletzt im eigenen Hause, Polizeigewalt nehme in Deutschland z.B bei Corona Demos, massiv zu, was viele Bürger beunruhigt und aus Sorge auf die Straßen treibt.